Die Idee des Spycher: Literaturpreises Leuk ist im Reigen der literarischen Auszeichnungen einzigartig. Der Preis besteht aus einem fünfjährigen Aufenthaltsrecht, doch nicht an einem bestimmten Ort, sondern in einem Netzwerk von Orten, was den Preisträgern die Möglichkeit gibt, im Laufe der Jahre in den unterschiedlichsten Sphären zu wohnen und arbeiten, im Rhonetal oder auf einer Alp, in Raron, wo Rilke begraben liegt, oder mitten in der mittelalterlichen Altstadt Leuks.
Ausgezeichnet werden Schriftsteller, in deren Werk sich eine gewisse Nähe zu der besonderen grenzgängerischen Situation des Wallis entdecken läßt, das seit der Antike Durchzugsgebiet zwischen Nord- und Südeuropa war und heute ebenso deutsch wie französisch geprägt und via Simplon und St. Bernhard zudem Mailand und Turin und dem Italienischen nahe ist. Die Preisträger des Spycher: Literaturpreises Leuk seit 2001 sind Lukas Bärfuss, Marcel Beyer, Gerhard Falkner, Lawinia Greenlaw, Durs Grünbein, Thomas Hettche, Michael Hofmann, Barbara Honigmann, Felicitas Hoppe, Barbara Köhler, Martin Mosebach, Ulrich Peltzer, Daniel de Roulet, Gilles Rozier, Adam Zagajewski.
Für viele der Schriftsteller hat sich durch die ungewöhnliche Dauer des Stipendienaufenhaltes eine besondere Beziehung zur Region ergeben, die sich auch in Texten niedergeschlagen hat - was wiederum die Stiftung Schloß Leuk auf die Idee brachte, diese literarische Spuren zu versammeln. Von 2005 - 2007 sind die ersten drei Bände der Edition Spycher bei Urs Engeler Editor erschien, mit „Der schönste Platz der Welt“ von Felicitas Hoppe wird die Reihe seit 2009 bei Sabine Dörlemann, Zürich, fortgeführt. Jährlich soll ein Band der Edition mit einem Originalbeitrag eines Spycher-Preisträgers erscheinen, jeweils etwa 60 Druckseiten, in der gewohnt hochwertigen Ausstattung des Dörlemann-Verlages, herausgegeben von Thomas Hettche.