Das erzählte mir einer an jenem ersten Abend im Garten, indem er den Arm streckte bis in den Zeigefinger. Dort drüben sprechen sie schon Französisch. Und ich sah in die Weite ... die unten abgegriffenen, nach oben immer blasseren Gipfel und fragte. Also wo? Wo genau? Sah aber den Arm schon wieder sinken. Und denke seither, wenn ich bergauf gehe, ob die eine Sprache in die andere übergeht wie die Berge in die Luft ... die für das Auszusprechende nie eingeatmete. Das erzählte mir einer an jenem ersten Abend im Garten, indem er den Arm streckte bis in den Zeigefinger. Dort drüben sprechen sie schon Französisch. Und ich sah in die Weite ... die unten abggriffenen, nach oben immer blasseren Gipfel und fragte. Also wo? Wo genau? Sah aber den Arm schon wieder sinken. Und denke seither, wenn ich bergauf gehe, ob die eine Sprache in die andere übergeht wie die Berge in die Luft ... die für das Auszusprechende nie eingeatmete.
Alissa Walser, geboren in Friedrichshafen, lebt in Frankfurt/M. Sie studierte von 1981–86 Malerei in New York und Wien.
Spycher: Literaturpreis Leuk 2010. Laudatio Sibylle Omlin.
Veröffentlichungen
Traumhochzeit, Prosa und Bilder, Suhrkamp Verlag, Frankfurt a. M. 1990 (unter dem Namen Fanny Gold)
Dies ist nicht meine ganze Geschichte, Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1994
Das Entzücken, Theaterstück, Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1996
Graue Briefe. Eine Wohnung findet man wieder, Uhldingen 1997
Die kleinere Hälfte der Welt, Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2000
Was zählt, Beitrag zur Poetik Vorlesung, Konkursbuch Verlag Claudia Gehrke, Tübingen, 2000
Was Sie schon immer über S. wissen wollten, Dramolett, 2001
Einhundert Millionen Jahre Porn, Theaterstück, 2003
Postcard-Stories, Kino, ars vivendi verlag, Cadolzburg 2007
Das geschundene Tier (Gedichte: Martin Walser, Zeichnungen: Alissa Walser), Rowohlt Verlag, Reinbek 2007
Ist ihr Leben nicht ihr Bild, in: Meisterinnen des Lichts, Hatje Cantz, Stuttgart 2008
Am Anfang war die Nacht Musik, Roman, Piper Verlag, München, Zürich 2010
Übersetzungen (Auswahl)
Diane Glancy, Kriegstanz, Frankfurt 1995
Sylvia Plath, Max Nix, Frankfurt 1996
Sylvia Plath, Die Tagebücher, Frankfurt 1997
Kay Boyle, Das kleine Kamel, Frankfurt 1998
Robert Barry, Ein kleines Stück vom Glück, Frankfurt 1999
Anne Carson, Glas, Ironie und Gott, München 2000
Paula Fox, Louisa, München 2005
Sylvia Plath: Ariel, Frankfurt 2008
Theaterstücke (Auswahl)
Joyce Carol Oates, Ontologischer Beweis meines Daseins, Frankfurt a. M. 1985
Joyce Carol Oates, Tone clusters, Reinbek, 1990
Joyce Carol Oates, Nackt steh ich vor euch, Reinbek 1990
Brock Norman Brock, Da ist Monster, Reinbek 1991
Joyce Carol Oates, Die Mondfinsternis, Reinbek 1991
Janusz Glowacki, Antigone in New York, 1994
Jon R. Baitz, Vom wahren Feuer, Reinbek 1995
Marsha Norman, Nacht, Mutter, Reinbek 2002
Christopher Hampton, Die Methode, Reinbek 2003
Ausstellungen (Auswahl)
The small work show, BACA Downton, NY, 1984
Small work, big ideas, PAN Art Gallery, NY, 1985
The new show, Chameleon Gallery, Brooklyn, NY, 1986
Kunstlichtgalerie, Konstanz, 1998
Dichtung und Wahrheit, Arte Giani, Frankfurt a. M. 1999
Kunstraum Brüssel, Belgien, 2001
Städtische Galerie Backnang, 2001
Text und Bild, Wessenberg Museum Konstanz, 2001
Arte Giani, Frankfurt a. M., 2002
Deutsche Structured Finance, Frankfurt a. M., 2004
Städtische Galerie Konstanz, 2005
Galerie Buchhandlung Lesezeichen, Dresden, 2006
Galerie Brandstätter, Baden Baden, 2006
Galerie Pabst, München, 2007
Literaturhaus Stuttgart, 2007
Galerie Arte Gianni, Frankfurt, 2009
Galerie ArteSol, Solothurn, 2010
Auszeichnungen
1992 Ingeborg-Bachmann-Preis
1992 Bettina-von-Arnim-Preis
2001 Märkisches Stipendium für Literatur
2004 Villa Massimo, Casa Baldi, Olevano
2009 Paul-Scheerbart-Preis
2010 Spycher: Literaturpreis Leuk