Lukas Bärfuss gehört zu den bedeutendsten und meistgespielten Dramatikern im deutschsprachigen Raum. Oft farcenhaft und burlesk, spielen seine Stücke mit den Trümmern unserer Traditionen und Träume. Er wird mit dem Spycher: Literaturpreis Leuk 2007 ausgezeichnet, weil er in besonders präziser und gekonnter Weise Geschichten und Bilder für die Ausgesetztheit des Einzelnen findet.
Aus der Begründung der Jury.
Lukas Bärfuss wurde 1971 in Thun, im Berner Oberland, geboren. Bis zu seinem 26. Lebensjahr arbeitete er in vielen Berufen. Ausbildung zum Buchhändler. Seit 1997 lebt er als freier Schriftsteller in Zürich. Mit Samuel Schwarz gründete er die freie Theatergruppe 400asa, mit der er 15 Produktionen auf die Bühne brachte. Bekannt wurde er im Jahr 2000 durch das Stück "Meienbergs Tod". Mit "Die sexuellen Neurosen unserer Eltern", mittlerweile in 12 Sprachen übersetzt, wurde Bärfuss zum Nachwuchsdramatiker 2003 gewählt. 2008 erschien sein erster Roman "Hundert Tage", der sich mit dem Völkermord in Ruanda und der Rolle der Schweizer Entwicklungshilfe befasst. Bärfuss bekennt, kein Hobby zu haben, aber gern zu kochen, viel zu lesen, für jeden Vogel stehen zu bleiben und seine nähere Umgebung mit dem Rennrad zu befahren.
Spycher: Literaturpreis Leuk 2007. Laudatio Barbara Frey.
Veröffentlichungen:
Die toten Männer. Novelle. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2002.
Meienbergs Tod – Die sexuelllen Neurosen unserer Eltern – Der Bus. Stücke. Wallstein Verlag, Göttingen 2005.
Alices Reise in die Schweiz / Die Probe / Amygdala. Stücke. Wallstein Verlag, Göttingen 2007,
Hundert Tage. Roman. Wallstein Verlag, Göttingen 2008.
Preise:
2001 Kulturpreis der Stadt Thun
2002 Kulturelle Auszeichnung der Stadt Zürich (Anerkennungsgabe)
Literarische Auszeichnung der Stadt Bern
2005 Mülheimer Dramatikerpreis
Gerrit-Engelke-Literaturpreis der Stadt Hannover
2008 Anna-Seghers Preis
Mara-Cassens Preis