Michail Schischkin erhält den Spycher: Literaturpreis Leuk 2011 für den Roman „Venushaar“. Mit seinem Protagonisten, einem Übersetzer des Zürcher Migrationsamtes – „Dolmetsch in der Flüchtlings- kanzlei des Ministeriums für Paradiesverteidigung“ – hat Michail Schischkin eine erschütternde Ikone unserer Gegenwart geschaffen. Unaufhaltsam zieht dieser Erzähler den Leser in einen atem- beraubenden Strudel von Schicksalen und Geschichten hinein, mäandernd durch Raum und Zeit und die Literatur- und Kulturgeschichte eines Europas, dessen Versagen gegenüber dem Fremden dieser Roman schmerzhaft offensichtlich werden lässt.
Michail Schischkin (Михаил Шишкин), wurde 1961 in Moskau geboren, studierte Germanistik, Linguistik und Anglistik an der Staatlichen Pädagogischen Universität Moskau und unterrichtete zehn Jahre Deutsch. 1995 emigrierte er in die Schweiz, wo er als Russischlehrer, Lehrer und Dolmetscher für das Migrationsamt arbeitete.
Spycher: Literaturpreis Leuk 2011. Laudatio Stefan Zweifel.
Veröffentlichungen:
Urok Kalligrafii (Die Kalligraphiestunde). Erzählung. Snamija, Nr.1/1993.
Взятие Измаила (Die Eroberung von Ismail), Roman.Vagrius-Verlag, Moskau 2000.
Русская Швейцария / Литературно-исторический путеводитель. Vagrius-Verlag, Moskau 2006. / Die russische Schweiz. Ein literarisch-historischer Reiseführer. Limmat Verlag, Zürich 2003.
Montreux-Missolunghi-Astapowo. Auf den Spuren von Byron und Tolstoj: eine literarische Wanderung vom Genfer See ins Berner Oberland. Limmat Verlag, Zürich 2002.
Венерин волос. Vagrius-Verlag, Moskau, 2005. / Das Venushaar, Roman, Deutsche Verlags-Anstalt, München 2010.
Письмовник (Love letters). AST, Moscow, 2010. / Deutsche Verlags-Anstalt, München 2012.
Preise
2000 Russischer Booker-Preis für den besten Roman des Jahres: „Wsjatie Ismaila“ (Die Eroberung von Ismail).
2000 Werkbeitrag-Stipendium des Kantons Zürich für „Die Russische Schweiz“.
2002 Werkjahr der Stadt Zürich für „Montreux-Missolunghi-Astapowo, Auf den Spuren von Byron und Tolstoj.“
2005 Preis für das beste ausländische Buch des Jahres in Frankreich: „Montreux-Missolunghi-Astapowo, Auf den Spuren von Byron und Tolstoj.“
2005 Nationaler Bestseller Preis in Russland für „Wenerin Wolos“ (Das Venushaar).
2006 Bolshaya Kniga-Preis in Russland für „Wenerin Wolos“ (Das Venushaar).
2010 Internationaler Literaturpreis - Haus der Kulturen der Welt für „Wenerin Wolos“ (Das Venushaar).