Der Spycher: Literaturpreis Leuk wird seit dem Jahr 2001 vergeben. Eine fünfköpfige Jury entscheidet über die Vergabe. Eigenbewerbungen sind nicht möglich. Das Konzept des Preises ist einzigartig: Er gewährt seinen Preisträgern auf fünf Jahre ein Aufenthaltsrecht von jährlich zwei Monaten in dem mittelalterlichen Schweizer Städtchen Leuk im Oberwallis.
Der Preis ist eine Initiative der Stiftung Schloss Leuk, die in der traditionsreichen Oberwalliser Gemeinde im Rahmen der Restaurierung des ehemaligen Bischofsschlosses ein umfangreiches kulturelles und soziales Programm ins Leben gerufen hat. Die Stiftung stellt den Preisträgern für ihre Aufenthalte Wohnungen an verschiedenen Orten zur Verfügung – in einsam gelegenen Chalets ebenso wie in restaurierten Renaissancehäusern –, übernimmt die Reisekosten und zahlt ein monatliches Stipendium von 1600 Schweizer Franken.
Der Spycher: Literaturpreis Leuk schafft so nicht nur einen Rückzugsraum für Schriftsteller in einer atemberaubenden Landschaft. Er wagt auch in der Landschaft der Literaturpreise etwas gänzlich Neues: Er verpflichtet Schriftsteller und einen Ort für eine lange Zeit aufeinander. Wer für fünf Jahre immer wieder nach Leuk kommen will, ist bereit, diesen Ort zu einem Teil seines Lebens zu machen. Es hat sich so eine Gruppe von Schriftstellern gefunden, die nicht nur für eine kurze Weile Gastrecht, sondern so etwas wie ein virtuelles Heimrecht in Leuk geniesst und dabei längst ihre Spuren an diesem Ort, in dieser Region zu hinterlassen begonnen hat.
Der Preis ist Teil eines Netzwerkes literarischer Initiativen im Wallis, das sich unter dem Titel Palais Valais zusammengefunden hat, und dem bisher das Internationale Literaturfestival Leukerbad angehören, das Künstleratelier Raron, die Mediathek Brig und das Rilke-Festival Siders.