Das Bischofsschloss von Leuk mit seiner neuen, von Mario Botta entworfenen Glaskuppel thront heute wie ein Leuchtturm auf der Anhöhe über dem Talboden.
Das Schloss ist einer der wichtigsten Zeugen mittelalterlichen Burgenbaus im Wallis. Der Turm entstand im Verlauf des 11. Jahrhunderts, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde der Palas und die Ringmauer erbaut. Zunächst diente es als Wohnung des Meiers des Bischofs von Sitten. Bischof Walter Supersaxo baute es später zur Sommerresidenz um. Dann war es Versammlungsort des Walliser Landtags. Der rebellische Hauptmann Anton Stockalper wurder 1627 im Schloss gefoltert und auf dem Richtplatz davor geköpft und gevierteilt. Die Hexenprozesse des 17. Jahrhunderts bilden die traurigen Höhepunkte seiner Geschichte. Seit 1934 ist das Bischofsschloss im Besitz der Gemeinde Leuk und steht unter Eidgenössischem Denkmalschutz.
Mit einem einstimmigen Urversammlungsentscheid hat die Gemeinde Leuk 1996 der Stiftung Schloss Leuk das Bischofsschloss, die ehemalige Peterskirche und die Turmwiese für 50 Jahre zur Nutzniessung zur Verfügung gestellt, um es stil- und fachgerecht zu restaurieren und zu einem Ort der Kommunikation und Begegnung werden zu lassen, des offenen Geistes, der Interdisziplinarität und der humanistischen Spiritualität, ein Ort, der Sinne und Seele fordert und fördert.
Die Stiftung Schloss Leuk wird dabei von zahlreichen Persönlichkeiten aus der nationalen Politik, Wirtschaft und Kultur unterstützt. Präsidiert wird sie von Patrick Z'Brun.
Wichtigste Aufgabe neben der Restaurierung ist der Stiftung ihre Kulturarbeit, deren Schwerpunkte in der bildenden Kunst, der Literatur und soziokulturellen Projekten liegen, bei denen der Stiftung vor allem die Arbeit mit Kindern am Herzen liegt. Ziel ist es, das Schloss mit Leben zu erfüllen. Dem Spycher: Literaturpreis Leuk, den die Stiftung 2001 initiierte, kommt dabei als Projekt mit internationaler Ausstrahlung besondere Bedeutung zu.
Die Stiftung Schloss Leuk ist glücklich, den international renommierten Tessiner Architekten Mario Botta für das Bauvorhaben begeistert zu haben. Mit seinen Interventionen wird der Architekt die Kraft und Ausstrahlung des mittelalterlichen Baues erhalten, doch zugleich wird das 21.Jahrhundert seine respektvolle Spur in ihm hinterlassen und das Schloss so für die Möglichkeiten einer vielfältigen neuen Nutzung öffnen.
www.schlossleuk.ch